Das fünfte Filmkunstprojekt von VestAndPage setzt sich mit Erinnerungsschichtenbildung und Tiefenzeit im Körper und dem Geologischen auseinander. In internationaler Zusammenarbeit und spartenübergreifenden Prozessen treffen in den UNESCO-Welterbehöhlen auf der Schwäbischen Alb Wissenschaft auf Performancekunst, Theater, Bildende Kunst und Musik.

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Wir gehen nicht an einen Ort, um eine Geschichte zu erzählen.
Wir gehen an einen Ort, um eine Geschichte zu finden.

IN POSTPRODUKTION

 

 

Konzept, Produktion, Künstlerische Leitung, Regie Verena Stenke, Andrea Pagnes (VestAndPage)

Bildregie, Kamera & Schnitt Verena Stenke

Text Andrea Pagnes

Produktionsassistenz, Stillfotografie Marcel Sparmann

Lichtregie, 2. Kamera daz disley

2. Kamera Fenia Kotsopoulou

Tontechnik, Audio arts Douglas Quin

Szenenbild, Dronenkamera Giovanni Dantomio

Kostüm- und Maskenbild Verena Stenke, Balaustio

Künstler*innen

Aldo Aliprandi (Klangkunst), Marianna Andrigo (Vertikaltanz), Marilyn Arsem (Video & Text), Andreas Bauer Kanabas (Klassischer Bass), Nathalie Anguezomo Mba Bikoro (Performance), Giorgia De Santi (Performance), daz disley (Sound), Francesca Fini (Performance & Digitale Animation), Nicola Fornoni (Performance), La Saúla / La Pocha Nostra (Performance), Stephan Knies (Klassische Geige), Fenia Kotsopoulou (Tanz), Boris Nieslony (Performance), Ralf Peters (Stimmkunst), Enok Ripley (Performance), Sara Simeoni (Tanz), Marcel Sparmann (Performance), VestAndPage (Performance), Susanne Weins (Stimmkunst), und weiteren.

Wissenschaftlich Mitarbeitende

Prof. Nicolas Conard, PhD, Dr. Stefanie Kölbl, Kurt Wehrberger M.A., Dr. Guido Bataille, Johannes Wiedmann M.A., Barbara Spreer M.A., Dr. Bernhard Stumpfhaus, Rudolf Walter M.A. u.a.

Eine VestAndPage Produktion, Deutschland, 2021/22

Gefördert durch den Fonds Darstellende Künste mit Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien im Rahmen von NEUSTART KULTUR | #TakeAction.

 

In Zusammenarbeit mit Urgeschichtliches Museum Blaubeuren, Museum Ulm, Cojote Outdoor, EntrAxis e.V., APS Studio Contemporaneo E.T.S., Live Arts Cultures.

 

Mit Unterstützung von UNESCO Welterbe Höhlen und Eiszeitkunst der Schwäbischen Alb, Landesamt für Denkmalpflege Baden-Württemberg, ForstBW, Blauwald GmbH & Co KG, Stadt Blaubeuren, Stadt Schelklingen, Stadt Grabenstetten, Stadt Asselfingen, Museumsgesellschaft Schelklingen, Urgeschichte Hautnah, Tress Gastronomie/Wimsener Höhle.

Mit Dank an das Forschungsnetzwerk der Universität Exerter Rock/Body: Performative Schnittstellen zwischen dem Geologischen und dem Körper, vor allem Prof. Nigel Clarke, Dr. João Florêncio und Prof. Timothy Morton.

Die Höhlen der Schwäbischen Alb wurden von Eiszeitmenschen vor etwa 33.000 bis 43.000 Jahren als Lebensraum genutzt. Das Projekt STRATA bringt Künstler*innen und Forschende dort zusammen, um den menschlichen Körper als einen Ort zu untersuchen, der in Kontinuität mit dem Geologischen existiert. Körperkünstler*innen beleuchten Konzepte von Zeit und ökologischer Intelligenz in Höhlen durch Performances für die Kamera. Diese Bilder werden durch Gespräche mit Fachleuten aus Archäologie, Geologie, Höhlenforschung, Kunstgeschichte, Philosophie und Zeitpsychologie genährt. In der Queer Ecology with wachsende Komplexität als evolutionäre Konsequenz angesehen, und Pluralität, das Nicht-Binäre und die gesellschaftliche Einbeziehung von Vielfalt werden als notwendige Voraussetzungen betrachtet, um dem Verständnis des Lebens zu dienen.

 

Mit dem Ziel, einen zeitgenössischen Diskurs über die Vergangenheit zu eröffnen, beleuchtet das Projekt aus künstlerischer und wissenschaftlicher Perspektive Herausforderungen gesellschaftlicher Fragen der Gegenwart. Wir fragen, ob die Trennung zwischen Natur und Kultur durch einen veränderten Blick auf Körper überwunden werden kann und wie wir Ablagerungen aus den Tiefen des Menschen, der Erde, Gesellschaft und Psyche sichtbar machen können. Es geht uns um die Stärkung der kollektiven und ökologischen Intelligenz, um zum Verständnis komplexer Systeme beizutragen und durch künstlerische Produktion Veränderungen anzustoßen. Das Projekt ist auch eine kritische Auseinandersetzung mit romantisch verzerrten Bildern von "Natur" und "Natürlichkeit", die eine Demontage verfestigter Narrative und Ästhetiken erfordert. Um einen möglichen Zukunftsentwurf zu entwerfen, ist die interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen den Künsten und Wissenschaften grundlegend. Der gemeinsame Produktionsprozess beinhaltet das Erinnern und Imaginieren realer und möglicher Welten und schärft das Bewusstsein für unsere geologische, politische und soziale Vergangenheit und Zukunft. Die teilnehmenden renommierten Künstler*innen verkörpern dabei das Grundprinzip der Vielfalt: sie sind bewusst repräsentative Körper, welche die Schichten unserer Gesellschaften künstlerisch reflektieren und in Frage stellen.